Drei Beispiele aus der Arbeit von Dr. Timo Schöber, mit Quellen. Zu Teilnehmerzahlen und Einstellungen liegen keine veröffentlichten Kennzahlen vor. Wir nennen deshalb nur, was berichtet wurde.
Azubi-AuswahlRocket League im Assessment Center der Stadtwerke Flensburg
Ausgangslage: Das Assessment Center für Azubi-Bewerbungen sollte um Computerspiele ergänzt werden, trotz Vorbehalten gegenüber Gaming im Unternehmen.
Wie das Projekt intern vorangetrieben wurde: Dr. Timo Schöber leitet bei den Stadtwerken HR-Projekte und verantwortet die E-Sport-Aktivitäten. Die Geschäftsführung unterstützte das Vorhaben von Anfang an. Vorbehalte wurden mit wissenschaftlichem Anspruch und dem Verweis auf Studien ausgeräumt, nicht mit Begeisterung für Spiele. Dazu kam eine fachliche Absicherung durch Partner aus E-Sport-Forschung und Spielwissenschaft.
Vorgehen: 2023 wurde erstmals Rocket League gespielt, als ein Baustein neben Gruppenarbeiten und Einzelgesprächen.
- Beobachtet wurden Kommunikation und Informationsfähigkeit, Eigenständigkeit und Resilienz. Teamfähigkeit wird aus der Teamkommunikation abgeleitet.
- Je Kompetenz zehn positive und zehn negative Verhaltensanker, entwickelt in Workshops.
- Ein Fragebogen vorab erfasst die Spielerfahrung, die Teams wurden danach ausgeglichen. Vorerfahrung war keine Voraussetzung.
- Fachliche Begleitung durch die Denkfabrik Esportionary und das Institut für Ludologie der SRH Hochschule.
- Parallel entstand eine Betriebssportgruppe mit etwa 15 aktiven Spielern. Sie ist kein Assessment Center, stärkt aber Teambildung und abteilungsübergreifende Vernetzung.
Ergebnis laut Bericht: Das Verfahren ermögliche ein authentisches Bild der Bewerbenden. Das ist eine Einschätzung und keine gemessene Größe. Anfängliche Bedenken im Unternehmen seien weitgehend ausgeräumt worden. Ein verwandtes, von Timo Schöber entwickeltes und aufgebautes Talentprogramm wurde im November 2023 mit dem HR Energy Award ausgezeichnet.
Quelle: Energie & Management, 23.01.2024, „Spielen ist keine Spielerei“
PersonalarbeitGamification im Recruiting, Teambuilding und Personalmarketing
Ausgangslage: Kommunale Arbeitgeber haben es schwer, Fach- und Arbeitskräfte zu sichern.
Vorgehen: Die Stadtwerke Flensburg setzen Gamifizierung und E-Sport in Recruiting, Teambuilding und Personalmarketing ein.
- Aufgaben des Assessment Centers werden in Videospielen umgesetzt.
- Die Spieldaten liefern eine zweite Datenbasis, die mit den Beobachtungen abgeglichen werden kann.
- Impulsvorträge von Dr. Timo Schöber bei den VKU-Personalforen 2024, 2025 und 2026 in Mannheim, Düsseldorf und München.
Ergebnis laut Bericht: Die Erfahrungen werden als sehr positiv beschrieben, das Unternehmen sieht sich als Arbeitgeber in Schleswig-Holstein klar positioniert, es gab ein starkes Medienecho. Kennzahlen nennt der Bericht nicht.
Quelle: KommunalDigital, 10.04.2025, „Stadtwerke Flensburg: Gamifizierung als Motor moderner Personalarbeit“
GründungStart-up für E-Sport im Personalwesen: Gründung und fachlicher Aufbau
Ausgangslage: Dem Fachkräftemangel in verschiedenen Branchen und Regionen sollte mit Formaten begegnet werden, die junge Zielgruppen (Generation Z) erreichen.
Vorgehen: Ab September 2021 entstand mit drei Mitgründern ein Start-up, das sportliche Computerspiel-Wettkämpfe für Personalentwicklung, Recruiting und Qualifizierung nutzt. Dr. Timo Schöber war Mitgründer und in Sachen Fachlichkeit bei HR und E-Sport der Kopf dahinter.
- Hintergrund: seit 1998 im E-Sport, zunächst als Spieler, später in Managementfunktionen, seit 2017 mit Schwerpunkt auf Forschung und Publizistik.
- Parallel kumulative Dissertation zu E-Sport an der Europa-Universität Viadrina, bestehend aus drei Fachartikeln.
Ergebnis laut Bericht: Zweiter Preis eines Ideenwettbewerbs in Schleswig-Holstein im Februar 2022. Zur Marktwirkung macht der Beitrag keine Angaben.
Quelle: Europa-Universität Viadrina, Viadrina-Logbuch, 24.02.2022, „Vom Spieler zum Gründer: Viadrina-Doktorand Timo Schöber für E-Sport-Start-up ausgezeichnet“